maandag 6 oktober 2025

BWV 513 ‘O Ewigkeit, du Donnerwort’

Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach


BWV 513 ‘O Ewigkeit, du Donnerwort’

Tekst:                Johann Rist (1653)
Melodie:            Johann Schop / Johann Crüger (1653)

Nederlandse Bach Vereniging:
„O Ewigkeit, du Donnerwort vormt het muzikale slot van het tweede Notenbüchlein. Na dit lied volgen alleen nog teksten: een huwelijksgedicht, ‘enkele regels’ voor basso continuo en de volledige tekst van het ‘Tobackspfeife’-lied, BWV 515. O Ewigkeit, du Donnertwort is een tweestemmige transcriptie van Johann Sebastians vierstemmige koraal O Ewigkeit, du Donnerwort, BWV 397, in de hand van Anna Magdalena. Het ontzagwekkende lied zelf werd al sinds 1653 gezongen. Tekstdichter Johann Rist schreef maar liefst 16 coupletten over de eindige aarde versus de tijdloze hemel. Moraal: gevangenschap en foltering gaan voorbij, dus maak dat je wakker bent als jouw eeuwigheid begint.“




(verzen in vetgedrukte letters door Bach gezet)
Ernstliche Betrachtung Der unendlichen Ewigkeit.

O Ewigkeit, du Donnerwort,
O Schwert, das durch die Seele bohrt,
O Anfang sonder Ende!
O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit,
Ich weiß vor großer Traurigkeit
Nicht, wo ich mich hinwende!
Mein ganz erschrocknes Herz erbebt,
Daß mir die Zung am Gaumen klebt.

Kein Unglück ist in aller Welt,
Das endlich mit der Zeit nicht fällt
Und ganz wird aufgehoben.
Die Ewigkeit nur hat kein Ziel,
Sie treibet fort und fort ihr Spiel,
Läßt nimmer ab zu toben.
Ja, wie mein Heiland selber spricht:
Aus ihr ist kein Erlösung nicht.

O Ewigkeit, du machst mir bang,
O ewig, ewig ist zu lang,
Hier gilt fürwahr kein Scherzen!
Drüm, wenn ich diese lange Nacht
Zusamt der großen Pein betracht,
Erschreck ich recht von Herzen.
Nichts ist zu finden weit und breit
So schrecklich als die Ewigkeit.

Was acht ich Wasser, Feur und Schwert
Dies alles ist kaum nennenswert,
Es kann nicht lange dauren.
Was wär es, wenn gleich ein Tyrann,
Der funfzig Jahr kaum leben kann,
Mich endlich ließ vermauren?
Gefängnis, Marter, Angst und Pein
Die können ja nicht ewig sein.

Wenn der Verdammten große Qual
So manches Jahr, als an der Zahl
Hie Menschen sich ernähren,
Als manchen Stern der Himmel hegt.
Als manches Laub das Erdreich trägt,
Noch endlich sollte währen,
So wäre doch der Pein zuletzt
Ihr recht bestimmtes Ziel gesetzt.

Nun aber, wenn du die Gefahr
Viel hundert tausend, tausend Jahr
Hast kläglich ausgestanden
Und von den Teufeln solcher Frist
Ganz grausamlich gemartert bist,
Ist doch kein Schluß vorhanden.
Die Zeit, so niemand zählen kann,
Die fänget stets vom neuen an.

Liegt einer krank und ruhet gleich
Im Bette, das vom Golde reich
Recht fürstlich ist gezieret,
So hasset er doch solchen Pracht
Auch so, daß er die ganze Nacht
Ein kläglichs Leben führet;
Er zählet alle Glockenschlag
Und seufzet nach dem lieben Tag.

Ach, was ist das! Der Höllen Pein
Wird nicht wie Leibes Krankheit sein
Und mit der Zeit sich enden;
Es wird sich der Verdammten Schar
Im Feur und Schwefel immerdar
Mit Zorn und Grimm ümwenden.
Und dies ihr unbegreiflichs Leid
Soll währen bis in Ewigkeit!

Ach Gott, wie bist du so gerecht,
Wie strafest du die b
צsen Knecht
Im heißen Pfuhl der Schmerzen!
Auf kurze Sünden dieser Welt
Hast du so lange Pein bestellt!
Ach, nimm dies wohl zu Herzen
Und merk auf dies, o Menschenkind:
Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind!

Ach, fliehe doch des Teufels Strick!
Die Wollust kann ein' Augenblick
Und länger nicht ergetzen.
Dafür wilt du dein arme Seel
Hernachmals in des Teufels H
צhl
Hin zur Vergeltung setzen!
Ja schöner Tausch, ja wohl gewagt,
Das bei den Teufeln wird beklagt.

Solang ein Gott im Himmel lebt
Und über alle Wolken schwebt,
Wird solche Marter w
הhren.
Es wird sie plagen Kält und Hitz,
Angst, Hu, Schrecken, Feur und Blitz
Und sie doch nie verzehren.
Denn wird sich enden diese Pein,
Wenn Gott nicht mehr wird ewig sein.

Die Marter bleibet immerdar,
Als anfangs sie beschaffen war,
Sie kann sich nicht vermindern.
Es ist ein Arbeit sonder Ruh,
Sie nimmt an Klag und Seufzen zu
Bei jenen Satanskindern.
O Sünder, deine Missetat
Empfindet weder Trost noch Rat!

Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf,
Ermuntre dich, verlornes Schaf,
Und bessre bald dein Leben!
Wach auf, es ist doch hohe Zeit,
Es kommt heran die Ewigkeit,
Dir deinen Lohn zu geben!
Vieleicht ist heut der letzte Tag,
Wer weiß noch, wie man sterben mag?

Laß doch die Wollust dieser Welt,
Pracht, Hoffart, Reichtum, Ehr und Geld
Dir länger nicht gebieten!
Schau an die große Sicherheit,
Die falsche Welt und böse Zeit
Zusamt des Teufels Wüten!
Vor allen Dingen hab in acht
Die vorerwähnte lange Nacht!

O du verfluchtes Menschenkind,
Von Sinnen toll, von Herzen blind,
Laß ab die Welt zu lieben!
Ach ach, soll denn der Höllen Pein,
Da mehr denn tausend Henker sein,
Ohn Ende dich betrüben?
Wo lebt ein so beredter Mann,
Der dieses Werk aussprechen kann?

O Ewigkeit, du Donnerwort,
O Schwert, das durch die Seele bohrt,
O Anfang sonder Ende!
O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit,
Ich weiß vor großer Traurigkeit
Nicht, wo ich mich hinwende.
Nimm du mich, wenn es dir gefällt,
Herr Jesu, in dein Freudenzelt!


 

zondag 5 oktober 2025

BWV 512 ‘Gib dich zufrieden und sei stille’


Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach


BWV 512 ‘Gib dich zufrieden und sei stille’ in e mineur


Tekst:                Paul Gerhardt
Melodie:           Johann Sebastiaan Bach




Gib dich zufrieden und sei stille
in dem Gotte deines Lebens,
in ihm ruht aller Freuden Fülle,
ohn ihn mühst du dich vergebens;
er ist dein Quell
und deine Sonne,
scheint täglich hell
zu deiner Wonne.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden,
ungefärbten treuen Herzens,
wo er steht, tut dir keinen Schaden
auch die Pein des größten Schmerzens.
Kreuz. Angst und Not
kann er bald wenden,
ja, auch den Tod
hat er in Händen.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Wie dirs und andern oft ergehe,
ist ihm wahrlich nicht verborgen,
er sieht und kennet aus der Höhe
der betrübten Herzen Sorgen.
Er zählt den Lauf
der heißen Tränen.
und fasst zuhauf
all unser Sehnen.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Wann gar kein einger mehr auf Erden,
dessen treue du darfst trauen,
alsdenn will er dein Treuster werden
und zu deinem Besten schauen;
er weiß dein Leid
und heimlichs Grämen,
auch weiß er Zeit,
dirs zu benehmen
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Er hört die Seufzer deiner Seelen
und des Herzens stille Klagen,
und was du keinem darfst erzählen,
magst du Gott gar kühnlich sagen;
er ist nicht fern,
steht in der Mitten,
hört bald und gern
der Armen Bitten.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Lass dich dein Elend nicht bezwingen
halt an Gott, so wirst du siegen,
ob alle Fluten einhergingen,
dennoch musst du oben liegen;
denn wenn du wirst
so hoch beschweret,
hat Gott, dein Fürst,
dich schon erhöret.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Was sorgst du für dein armes Leben,
wie dus halten wollst und nähren?
Der dir das Leben hat gegeben,
wird auch Unterhalt bescheren.
Er hat ein Hand
voll aller Gaben,
da See und Land
sich muss von laben.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Der allen Vöglein in den Wäldern
ihr beschiednes Körnlein weiset,
der Schaf und Rinder in den Feldern
alle Tage tränkt und speiset;
der wird ja auch
dich eingen füllen
und deinen Bauch
zur Notdurft stillen.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel,
wo ich such, ist nichts zum besten,
denn das ist Gottes Ehrentitel,
helfen, wenn die Not am größten.
Wann ich und du
ihn nicht mehr spüren,
so schickt er zu,
uns wohl zu führen
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Bleibt gleich die Hülf in etwas lange,
wird sie dennoch endlich kommen,
macht dir das Harren angst und bange,
glaube mir, es ist dein Frommen.
Was langsam schleicht,
fasst man gewisser
und was verzeucht,
ist desto süßer.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten
deiner Feinde von dir dichten,
lass sie nur immer weidlich spotten,
Gott wird hören und recht richten;
ist Gott dein Freund
und deiner Sachen,
was kann dein Feind,
der Mensch, groß machen?
Gib dich zufrieden.!

Hat er doch selbst auch wohl das Seine,
wann ers sehen könnt und wollte:
wo ist ein Glück, so klar und reine,
dem nicht etwas fehlen sollte?
Wo ist ein Haus,
das könnte sagen :
Ich weiß durchaus
von keinen Pla:gen.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Es kann und mag nicht anders werden,
alle Menschen müssen leiden;
was webt und lebet auf der Erden,
kann das Unglück nicht vermeiden
Des Kreuzes Stab
schlägt unsre Lenden
bis in das Grab,
da wird sichs enden.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Es ist ein Ruhetag verhanden,
da uns unser Gott wird lösen,
er wird uns reißen aus den Banden
dieses Leibs und allem Bösen.
Es wird einmal
der Tod herspringen
und aus der Qual
uns sämtlich bringen
Gib dich zufrieden Zufrieden.

Er wird uns bringen zu den Scharen
der Erwählten und Getreuen,
die hier mit Frieden abgefahren,
sich auch nun im Friede freuen;
da sie im Grund,
der nicht kann brechen,
den ewgen Mund
selbst hören sprechen:
Gib dich zufrieden. Zufrieden.




zaterdag 4 oktober 2025

BWV 511 ‘Gib dich zufrieden und sei stille’


Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach


BWV 511 ‘Gib dich zufrieden und sei stille’ in g mineur

Tekst:                Paul Gerhardt
Melodie:           Johann Sebastiaan Bach


Gib dich zufrieden und sei stille
in dem Gotte deines Lebens,
in ihm ruht aller Freuden Fülle,
ohn ihn mühst du dich vergebens;
er ist dein Quell
und deine Sonne,
scheint täglich hell
zu deiner Wonne.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden,
ungefärbten treuen Herzens,
wo er steht, tut dir keinen Schaden
auch die Pein des größten Schmerzens.
Kreuz. Angst und Not
kann er bald wenden,
ja, auch den Tod
hat er in Händen.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Wie dirs und andern oft ergehe,
ist ihm wahrlich nicht verborgen,
er sieht und kennet aus der Höhe
der betrübten Herzen Sorgen.
Er zählt den Lauf
der heißen Tränen.
und fasst zuhauf
all unser Sehnen.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Wann gar kein einger mehr auf Erden,
dessen treue du darfst trauen,
alsdenn will er dein Treuster werden
und zu deinem Besten schauen;
er weiß dein Leid
und heimlichs Grämen,
auch weiß er Zeit,
dirs zu benehmen
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Er hört die Seufzer deiner Seelen
und des Herzens stille Klagen,
und was du keinem darfst erzählen,
magst du Gott gar kühnlich sagen;
er ist nicht fern,
steht in der Mitten,
hört bald und gern
der Armen Bitten.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Lass dich dein Elend nicht bezwingen
halt an Gott, so wirst du siegen,
ob alle Fluten einhergingen,
dennoch musst du oben liegen;
denn wenn du wirst
so hoch beschweret,
hat Gott, dein Fürst,
dich schon erhöret.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Was sorgst du für dein armes Leben,
wie dus halten wollst und nähren?
Der dir das Leben hat gegeben,
wird auch Unterhalt bescheren.
Er hat ein Hand
voll aller Gaben,
da See und Land
sich muss von laben.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Der allen Vöglein in den Wäldern
ihr beschiednes Körnlein weiset,
der Schaf und Rinder in den Feldern
alle Tage tränkt und speiset;
der wird ja auch
dich eingen füllen
und deinen Bauch
zur Notdurft stillen.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel,
wo ich such, ist nichts zum besten,
denn das ist Gottes Ehrentitel,
helfen, wenn die Not am größten.
Wann ich und du
ihn nicht mehr spüren,
so schickt er zu,
uns wohl zu führen
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Bleibt gleich die Hülf in etwas lange,
wird sie dennoch endlich kommen,
macht dir das Harren angst und bange,
glaube mir, es ist dein Frommen.
Was langsam schleicht,
fasst man gewisser
und was verzeucht,
ist desto süßer.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten
deiner Feinde von dir dichten,
lass sie nur immer weidlich spotten,
Gott wird hören und recht richten;
ist Gott dein Freund
und deiner Sachen,
was kann dein Feind,
der Mensch, groß machen?
Gib dich zufrieden.!

Hat er doch selbst auch wohl das Seine,
wann ers sehen könnt und wollte:
wo ist ein Glück, so klar und reine,
dem nicht etwas fehlen sollte?
Wo ist ein Haus,
das könnte sagen :
Ich weiß durchaus
von keinen Pla:gen.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Es kann und mag nicht anders werden,
alle Menschen müssen leiden;
was webt und lebet auf der Erden,
kann das Unglück nicht vermeiden
Des Kreuzes Stab
schlägt unsre Lenden
bis in das Grab,
da wird sichs enden.
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

Es ist ein Ruhetag verhanden,
da uns unser Gott wird lösen,
er wird uns reißen aus den Banden
dieses Leibs und allem Bösen.
Es wird einmal
der Tod herspringen
und aus der Qual
uns sämtlich bringen
Gib dich zufrieden Zufrieden.

Er wird uns bringen zu den Scharen
der Erwählten und Getreuen,
die hier mit Frieden abgefahren,
sich auch nun im Friede freuen;
da sie im Grund,
der nicht kann brechen,
den ewgen Mund
selbst hören sprechen:
Gib dich zufrieden. Zufrieden.

BWV 822 “Suite in g klein”

Diverse suites Een vroeg werk van Bach, waarin hij zoekt en experimenteert. Het is niet van het niveau van de latere suites, maar meer een e...