woensdag 17 september 2025

BWV 494 ‘O liebe Seele, zieh die Sinnen’

Schemellis Gesangbuch


BWV 494 ‘O liebe Seele, zieh die Sinnen’

Tekst:                                 onbekend (1735)
Melodie:                             onbekend (1736)





O liebe Seele, zieh die Sinnen
von schnöder Welt- und Wollust ab,
so ruft dein Schöpfer von der Zinnen
der hohen Himmelsburg herab.
Er zeigt dir Wege
und schöne Stege,
auf welchen du
dich recht kannst laben
und alles haben,
worinnen deine Seele findet Ruh.

Betrachte nur des Schöpfers Güte
und siehe seine Wunder an,
die izto in der schönsten Blüte
des Jahres sich herfürgetan.
Las deine Augen
was Gutes saugen
sich aufwärts kehren,
aus jedem Blatt.
Komm, lass dich lehren
von Halm und Ähren,
ob man nicht Ursach Gott zu preisen hat.

Gott hat dich ja für andern Tieren
mit aufgerichtem Angesicht
und mit Verstande wollen zieren,
dass deiner Seel und Augenlicht
die Welt nicht achte,
vielmehr betrachte,
was himmlisch ist,
und dessen Ehre
allzeit vermehre,
der dich zu seinem Bilde hat erkiest.

Pflegt nicht ein jedes Blatt zu preisen
den, der es weislich vorgebracht
und dich zum Schöpfer hin zu weisen,
wenn sie der Westwind redend macht?
Sieh, wie die Ähren
sich aufwärts kehren,
den Fingern gleich,
und wollen zeigen,
auch nicht verschweigen
den, der sie also macht an Körnern reich.

Die Blumen, die schon teils vergangen
als Bilder der Vergnüglichkeit,
teils noch im Feld und Gärten prangen
sind alle auf sein Lob bereit,
es muss die Farben
ein König darben
in seiner Pracht,
aus einer Erden,
wie mag dies werden,
sind mehr als tausend Arten vorgebracht.

Darunter will ein jeder lehren,
wie Gott allgegenwärtig sei,
wie Herz und Sinn zu ihm zu kehren,
wie Weltlust nur sei lauter Spreu,
die bald verschwindet,
sobald sich findet
ein rauher Nord,
da sonst, wenn Christen
fliehn von den Lüsten,
der Himmel allzeit bleibt ihr sichrer Port.

Die weiße Lilie und Narzisse
zeigt Adams Fall und Missetat,
da Satan unter seine Füße
das Kleid der reinen Unschuld trat
Mensch, du sollt streben
nach reinem Leben
und nach dem Bild,
das du verloren,
eh du geboren,
damit der Zorn des Höchsten werd gestillt.

Ja, sprichst du, wer kann also leben,
wer wollte sich in solche Not
und aller Menschen Spott begeben?
Du aber wisse: Wie kein Kot
von Wurm und Fliegen
auf uns bleibt liegen,
so ist es auch.
Wirst du Gott lieben
wird dein Betrüben
gar bald verschwinden wie ein leichter Rauch.

Die Tulipan zeigt ihre Farben
komm, Mensch, bespiegle dich in mir;
ich habe zwar, was andre darben
doch stell ich meine Art auch für:
In wenig Jahren
muss ich erfahren,
wie nichts besteht,
wie alles Prangen
so bald vergangen
und wie von schöner Pracht nichts Süßes geht.

So, Mensche, bist du auch beschaffen,
dein Herz will ohne Einfalt sein,
du willst allzeit der Welt nachaffen,
was sie verdammt, das nimmst du ein.
Allein bedenke,
wie sehr es kränke
den, der dich liebt,
dass er muss sehen
dich schnell vergehen,
weil keinen guten Gruch dein Leben gibt.

Das Veilgen heißt dich Demut üben,
weil Gott dich sonst nicht riechen kann,
weil er die Demut sehr tut lieben,
so schlägt sein Blitz bei Zedern an.
Es steht mit Hohne
die Kaiserkrone
und wird veracht',
weil wenig Kräfte
und Lebenssäfte
aus ihren Blättern werden vorgebracht.

Und so gibt jedes gute Lehren,
wenn du nur suchst, wies billig ist,
das Lob des Höchsten zu vermehren,
nicht aber weltgesinnet bist.
Merke das eine,
was ich itzt meine
ist nützlich satt:
Blumen verderben,
drum lerne sterben,
wohl dem, der dieses wohl studieret hat.



 

dinsdag 16 september 2025

BWV 493 ‘O Jesulein süß, o Jesulein mild’

Schemellis Gesangbuch


BWV 493 ‘O Jesulein süß, o Jesulein mild’

Tekst:                                 Valentin Thilo (1650)
Melodie:                             onbekend (Hall, 1650)


Vandaag een melodie en een lied, die wereldwijd grote bekendheid hebben gekregen. En ook al is het pas half september, het brengt ons ook in de kerstsfeer.






O Jesulein süß, o Jesulein mild!
Deines Vaters Willen hast du erfüllt,
bist kommen aus dem Himmelreich,
uns armen Menschen worden gleich.
O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild!
Deins Vaters Zorn hast du gestillt,
du zahlst für uns all unser Schuld
und bringet uns in deins Vaters Huld.
O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild!
Mit Freuden hast du die Welt erfüllt.
Du kommst herab vons Himmels Saal
Und tröstest uns in dem Jammertal.
O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild!
Sei unser Schirm und unser Schild,
wir bitten durch dein Geburt im Stall,
beschütz uns all vor Sündenfall.
O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild!
Du bist der Lieb ein Webenbild.
Zünd an in uns der Liebe Flamm,
dass wir dich lieben allzusamm.
O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild!
Hilf, dass wir tun alls, was du willt,
was unser ist, ist alles dein,
ach lass uns dir befohlen sein.
O Jesulein süß, o Jesulein mild!

 Valentin Thilo (hymneschrijver),  geboren: 19 april 1607 - Koningsbergen, Pruisen, overleden: 27 juli 1662 - Koningsbergen, Pruisen. Valentin Thilo studeerde in 1624 af aan de Universiteit van Koningsbergen als theologiestudent, maar wijdde zich vooral aan de studie van de retorica. Toen de hoogleraar in de retorica, Samuel Fuchs, in 1632 met pensioen ging, droeg hij Thilo voor als zijn opvolger. Op verzoek van Thilo werd de functie twee jaar opengehouden, gedurende welke Thilo zijn studie aan de Universiteit van Leiden voortzette. Bij zijn terugkeer in Koningsbergen behaalde hij op 20 april 1634 zijn masterdiploma en werd vervolgens hoogleraar in de retorica. Gedurende zijn 28-jarige ambtstermijn werd hij vijf keer tot decaan van de Filosofische Faculteit gekozen en tweemaal tot rector van de universiteit. Valentin Thilo was een goede vriend van Heinrich Albert en Simon Dach, en was met hen lid van de Koningsberger Poëtische Unie. Thilo schreef twee leerboeken over retorica, uitgegeven in 1635 en 1647. Zijn gezangen werden bijna allemaal geschreven voor verschillende feesten in het christelijke jaar; ze verschenen voornamelijk in de Preussiche Fest-Lieder (Elbing: 1642-1644) en in het Neu Preussiches vollständiges Gesang Buch (Koningsberg: 1650).

Valentin Thilo



maandag 15 september 2025

BWV 492 ‘O finstre Nacht, wenn wirst du doch vergehen’


Schemellis Gesangbuch


BWV 492 ‘O finstre Nacht, wenn wirst du doch vergehen’

Tekst:                                 Georg Friedrich Breithaupt (1704)
Melodie:                             onbekend (1736)





O finstre Nacht, wenn wirst du doch vergehen?
Wenn bricht mein Lebenslicht herfür?
Wenn werd ich doch von Sünden auferstehen
und leben nur allein in dir?
Wenn werd ich in Gerechtigkeit
dein Antlitz sehen allezeit?
Wenn werd ich satt und froh mit Lachen,
o Herr! nach deinem Bild erwachen?

Ich fühle zwar schon deiner Herrschaft
Werke und deiner Auferstehung Kraft,
du machest mich zwar in des Glaubens Stärke
schon teilhaftig deiner Leidenschaft;
dein Geist muss mir zwar täglich sein
des Fleisches Kreuzigung und Pein;
durch ihn kann ich die Sünde binden
und in dem Kämpfen überwinden.

Doch ist der Kampf noch nicht ganz ausgekämpfet,
der Lauf ist auch noch nicht vollbracht;
der Bosheit Feur ist noch nicht ausgedämpfet.
Soll nach der schwarzen Sündennacht
ein neues volles Licht aufgehen
und ich mit Christo auferstehn,
soll ich dies Kleinod mit ihm erben,
muss ich zuvor auch mit ihm sterben.

Darum, mein Geist, sei wacker, wach und streite,
fahr immer in der Heilgung fort,
vergiss, was rückwärts ist; die große Beute
steht noch in ihrem Orte dort.
Streck dich darnach, eil nach ihr zu,
du findest sonsten doch nicht Ruh,
bis du hast diese Kron erstritten
und mit dem Herrn den Tod erlitten.

O süßer Tod, o lang gehofftes Ende!
wenn kommst du doch einmal heran,
dass ich den Kampf und Lauf einst gar vollende
und völlig überwinden kann?
Alsdenn erstirbt der Sünden Gift,
wenn ihn das Leben übertrifft;
wenn du, mein Licht, wirst ganz aufgehen,
so kann die Nacht nicht mehr bestehen.

O güldnes Meer! durchbrich doch deine Dämme,
komm wie ein' aufgehaltne Flut
und alles Fleisch, was lebet, überschwemme,
das vor dir immer Böses tut.
O Gottes Lamm! dein Blut allein
macht uns von allen Sünden rein!
Die Kleider, die gewaschen worden
hierinnen, trägt dein Priesterorden.

Wenn du, mein Licht! mich so wirst überkleiden
mit Seiden der Gerechtigkeit,
denn werd ich recht auf grüner Aue weiden
und in dir haben Ruh und Freud;
dann werd ich die geschmückte Braut,
die du dir durch dein Blut vertraut,
und du bleibst meine stete Wonne,
o alles Lichtes Licht und Sonne!

Dann werd ich, einen Monden nach dem andern,
dir feiern deine Sabbatsruh
und in dem heilgen Schmucke willig wandern,
zu opfern dir, dem Tempel zu;
darin werd ich die Lebensquell
in dir, o Licht! sehr klar und hell,
kein Schmerz und Tod wird, die dich lieben,
alsdenn auch ferner nicht betrüben.

Halleluja, so oft ich nur gedenke
an diesen meinen Sterbenstag
und mein Verlangen dahin gänzlich lenke,
für Freuden ich kaum bleiben mag;
komm doch, spricht Geist und Braut zu dir,
mein Leben, dass ich sterb in mir
und in dir wieder auferstehe
und in dein Zion mit eingehe.

Ja, ja, ich komm! hör ich den Lebensfürsten
schon rufen in dem Widerhall:
Es trinken, die nach meinem Wasser dürsten,
mein Geist macht Odem überall.
Ja komm, Herr Jesu, deine Gnad
sei bei uns allen früh und spat,
lass bei uns bleiben deinen Samen,
dass wir nicht können sündgen. Amen!

 

Georg Friedrich Breithaupt (liedschrijver), geboren: 1645 - Creuzburg / Werra, Thüringen,  overleden: 31 juli 1705, Georg Friedrich Breithaupt trouwde op 13 december 1669 met Marie Waldschmidt.

Verdere gegevens ontbreken.



 

BWV 822 “Suite in g klein”

Diverse suites Een vroeg werk van Bach, waarin hij zoekt en experimenteert. Het is niet van het niveau van de latere suites, maar meer een e...