Koraalvoorspelen
Dit koraal werd eerder toegewezen aan Bach, later werd Gottfried August Homilius als de componist gezien. Sommigen gaan ervan uit dat hij een leerling van Bach zou zijn geweest, maar er zijn overtuigender argumenten dat dit niet het geval is geweest.
Schmücke dich, o liebe Seele - (Formerly attrib. to J.S. Bach) - Marie-Claire Alain
Schmücke dich, o liebe Seele, BWV 759 Anh.III 172 - Peter Hurford
Schmücke dich, o liebe Seele!
Laß die dunckle Sünden Höle!
Komm ans helle Licht gegangen;
Fange herrlich an zu prangen.
Denn der Herr voll Heyl und Gnaden,
Wil dich itzt zu Gaste laden,
Der den Himmel kan verwalten,
Wil itzt Herberg’ in dir halten.
Eile, wie Verlobten pflegen,
Deinem Bräutigam entgegen,
Der da mit dem Gnaden-Hammer
Klopfft an deine Hertzens-Kammer.
Oeffn’ ihm bald die Geistes-Pforten:
Red ihn an mit schönen Worten:
Komm, mein Liebster, laß dich küssen!
Laß mich deiner nicht mehr missen.
Zwar in Kauffung theurer Wahren
Pflegt man sonst kein Geld zu sparen:
Aber du wilt für die Gaben
Deiner Huld kein Geld nicht haben:
Weil in allen Bergwercks-Gründen
Kein solch Kleinod ist zu finden,
Daß die Blut-gefüllte Schaalen
Und dis Manna kan bezahlen.
Ach! wie hungert mein Gemüthe,
Menschen-Freund, nach deiner Güte!
Ach! wie pfleg’ ich offt, mit Thränen,
Mich nach deiner Kost zu sehnen!
Ach! wie pfleget mich zu dürsten,
Nach dem Tranck des Lebens-Fürsten!
Wünsche stets daß mein Gebeine
Sich durch Gott mit Gott vereine.
Beydes Lachen und auch Zittern
Lässet sich in mir itzt wittern:
Das Geheimniß dieser Speise,
Und die unerforschte Weise,
Machet daß ich früh vermercke,
Herr, die Grösse deiner Stärcke!
Ist auch wohl ein Mensch zu finden
Der dein’ Allmacht solt ergründen?
Nein! Vernunfft die muß hier weichen,
Kan dieß Wunder nicht erreichen:
Daß diß Brodt nie wird verzehret,
Ob es gleich viel tausend nehret;
Und daß mit dem Safft der Reben
Uns wird Christi Blut gegeben.
O der grossen Heimligkeiten
Die nur Gottes Geist kan deuten!
Jesu, meine Lebens-Sonne!
Jesu, meine Freud’ und Wonne!
Jesu, du mein gantz Beginnen,
Lebens-Quell und Licht der Sinnen!
Hier fall ich zu deinen Füssen!
Laß mich würdiglich geniessen
Dieser deiner Himmels-Speise,
Mir zum Heyl, und dir zum Preise!
Herr, es hat dein treues Lieben
Dich vom Himmel abgetrieben,
Daß du willig hast dein Leben
In den Tod für uns gegeben,
Und darzu gantz unverdrossen,
Herr, dein Blut für uns vergossen,
Das uns itzt kan kräfftig träncken,
Deiner Liebe zu gedencken!
Jesu wahres Brodt des Lebens!
Hilff, daß ich doch nicht vergebens,
Oder mir vielleicht zum Schaden
Sey zu deinem Tisch geladen!
Laß mich durch diß Seelen-Essen
Deine Liebe recht ermessen,
Daß ich auch, wie itzt auf Erden,
Mag dein Gast im Himmel werden.


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